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E-Sport: Milliardenmarkt und kaum große Start-ups

Jan Schulte
Jan Schulte
Dez '20

Die E-Sport-Szene wächst und wächst. Das ruft auch Gründer auf den Plan. Gegenüber großen Unternehmen haben sie einen Vorteil: Sie verstehen eher, worauf es in dem jungen Markt ankommt.

Luca Jebautzke wollte das Ganze lieber größer denken. Als er 2017 auf die Hochschule der Medien (HDM) in Stuttgart geht, trifft er auf eine kleine E-Sport-Initiative seiner Fachhochschule. Jebautzke selbst würde gerne ein Team für das Computerspiel Overwatch aufstellen, einen Ego-Shooter im Science-Fiction-Stil, der vor allem für seine Schnelligkeit bekannt ist. Mit Mühe bekommt er neun Spieler zusammen. 

Nur zwei Semester später hat die Initiative 140 Interessenten. Es folgt der Austritt aus der HDM und mit Engines Stuttgart die Gründung eines unabhängigen Vereins. Über 250 Mitglieder hat der nun. Jebautzkes nächstes großes Ziel: Geld für ein eigenes Vereinsheim zusammenbekommen und den E-Sport in der Region bekannter machen. 

Luca Jebautzke, Engines Stuttgart

Noch immer müssen wir, besonders in Baden-Württemberg, um Anerkennung kämpfen. Und ohne Anerkennung, etwa als richtige Sportart, ist es auch schwieriger an Geld zu kommen. Ohne Sponsoren geht im E-Sport zur Zeit nichts, das gilt für die ganz großen Events und Vereine, aber auch für uns.

Der rasante Aufstieg von Engines Stuttgart zeigt: Der E-Sport boomt. Immer mehr Vereine gründen sich, viele an Hochschulen, aber auch professionell geführte. Und auch einige traditionelle Sportvereine mischen im Geschäft mit, Schalke 04 etwa hat E-Sportler unter Vertrag, Alemannia Aachen oder Eintracht Frankfurt sind ebenfalls mit dabei.

Immer wieder heißt es, der E-Sport habe das Potential zum Milliardenmarkt. Preisgelder und Anzahl der Zuschauer steigen Jahr für Jahr – auch in Deutschland. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) sieht im E-Sport gar den Schlüssel zur Generation Z und damit den jungen Menschen, die schon jetzt Kunden und bald Mitarbeiter der großen Unternehmen werden. Laut der PwC-Studie „Digital Trend Outlook 2020: Esports“ ist das Umsatzwachstum der Branche durchgehend hoch. „Ob bei Live-Streams oder ausverkauften Live-Events in Stadien nach der Covid-19-Krise: Werbetreibende erreichen mit E-Sport eine wachsende Zahl von Zuschauern. Die Perspektiven der Branche und insbesondere der Spielehersteller sind daher äußerst vielversprechend”, meinte Werner Ballhaus, globaler Leiter des Bereichs Entertainment & Media bei PwC, im Sommer.

Das alles klingt nach einem guten Markt für Start-ups. Ein Markt, der nach technischen Innovationen lechzt und in dem es abseits der großen Spieleentwickler und Publisher kaum nennenswerte Player gibt – und in dem andere große Unternehmen Schwierigkeiten haben, anzuknüpfen. Dazu gehört zum Beispiel Sportradar, das Unternehmen ist weltweit aufgestellt, bietet als Dienstleister Daten aus der Welt des Sports für Medien und Wettanbieter an. Eine Zeit lang hat es die Firma auch im E-Sport versucht. Weil das nicht klappte, hat sie ein Joint Venture mit dem Start-up Dojo Madness in Berlin gegründet. Das so entstandene Start-up Bayes ESPORTS, angeführt von CEO Martin Dachselt, soll es nun richten.

„Der E-Sport verändert sich viel schneller als andere Sportarten, da kommt ein etablierter Dienstleister kaum hinterher“, sagt Dachselt. Für ihn und sein Team gilt es daher auch herauszufinden, welche der Spiele überhaupt für Wettanbieter interessant sein könnten – und bei welchen sich der Aufwand nicht lohnt. „Es gibt auch Spiele, die zwar sehr beliebt sind, für den E-Sport aber einfach nicht taugen“, sagt Dachselt. 

2018 World Championship, Leauge of Legends, Finale im Incheon-Munhak-Stadion in Incheon, Südkorea. Foto: Bayes Esports
Datenauswertung von Bayes Esports: Foto: Bayes Esports

Bayes ESPORTS gehört zu den Start-ups, die es bereits geschafft haben, sich einigermaßen zu etablieren. Das Unternehmen plant für dieses Jahr laut CEO Dachselt mit einem Umsatz von 10 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2019 wäre er damit um fast 300 Prozent gewachsen. Auch in 2021 rechnen sie mit einem hohen Wachstum. „Ich bin von Delivery Hero hierhin gewechselt und war selbst überrascht, wie groß der Markt schon ist“, sagt Dachselt. Große Investoren haben sie auch schon mit an Bord geholt, so ist zum Beispiel der Sony Investment Funds dabei. „Eigentlich habe ich jede Woche Anfragen von Investoren auf dem Tisch“, sagt Dachselt. Zurzeit befinde sich der Markt in einer Phase, in der immer mehr Geld reinfließe. „Ich glaube allerdings, dass wir bald eine erste Konsolidierung erleben werden.“

Viele andere Start-ups stecken noch mitten in der Experimentierphase. Dazu gehört etwa Shikenso in Frankfurt. Die Gründer Tarik Amhamdi, Arwin Fallah, Armin Herrenschneider, Wahed Hemati und Tolga Uslu hatten 2017 ein Tool entwickelt, mit dem Nutzer Streams auf der Plattform Twitch filtern können. „Von diesem B2C-Geschäft sind wir inzwischen aber völlig weg“, sagt Product Marketing Manager Karsten Schonauer.  

Shikenso hat es inzwischen auf Sponsoren von E-Sport-Events, Teams, und Marketingagenturen abgesehen, das bringt deutlich mehr Geld. Mithilfe einer KI analysiert das Start-up, wie erfolgreich zum Beispiel bestimmte Werbemaßnahmen auf Streams sind. Unternehmen erhalten so ein besseres Gefühl, was ihr Marketing auch wirklich bringt. „Wir wollen unseren Teil zur Professionalisierung des E-Sports beitragen“, drückt es Schonauer aus. 

Zu Anfang des Jahres bestand das Team von Shikenso noch aus den fünf Gründern und einigen Teilzeitkräften. Seit Dezember haben sie ihr erstes richtiges Büro. Im Januar werde Shikenso dann auf zehn Mitarbeiter inklusive Gesellschafter aufstocken, sagt Schonauer. Auf eine Finanzierung von außen konnte Shikenso bisher verzichten. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir alles komplett aus Eigenmitteln finanzieren konnten“, sagt Schonauer.


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